Weltreich & Provinz

Die Spanier am Niederrhein 1560 bis 1660

26. September 2021 bis 06. März 2022

Nach der Übernahme der Regentschaft über die Niederlande am 25. Oktober 1555 in Brüssel durch Phillip II. (1527-1598), Sohn Karls V. und seit 1555/1556 auch Herrscher über das spanische Reich, wuchsen die Gräben zwischen den nach konfessioneller und weltlicher Selbstbestimmung strebenden sieben nördlichen Provinzen der Niederlande und der katholischen Monarchie mit ihrem unbedingten Herrschaftsanspruch. Letztlich gipfelten diese Widersprüche in einem Krieg, der in einer Zeitspanne von rund achtzig Jahren sämtliche Auseinandersetzungen in den umliegenden Territorien und den Weltmeeren beeinflussen sollte.

Hier am Niederrhein, besonders in den in diesem Konflikt neutralen Herzogtümern Jülich, Kleve und Berg, war das Kriegsgeschehen deutlich spürbar. Bereits die Auftaktschlacht zum Achtzigjährigen Krieg fand auf der Dahlener Heide (heute MG-Rheindahlen) am 25. April 1568 statt und endete für die lokale Bevölkerung mit Plünderungen und Toten durch die siegreichen Spanier. In den kommenden Jahrzehnten nutzten spanische, wie auch niederländische Heerführer den Niederrhein als Versorgungslinie, Aufmarschgebiet und erweiterten Kriegsschauplatz. In den lokalen Konflikten, darunter der Truchsessische Krieg in den 1580er und der Jülich-Klevische Erbfolgestreit in den 1610er Jahren, waren beide Kriegsparteien erheblich involviert.

Die Verbindungen zum spanischen Weltreich gingen aber über rein militärische Aspekte hinaus: So gab es eine langjährige Auseinandersetzung zwischen dem spanischen König Philipp II. (1527–1598) und der Gladbacher Abtei. Diese besitzt bis heute ein Stück des Schädelknochens des heiligen Laurentius, dessen Verehrung zur Staatsräson Philipps II. und seiner Nachfolger gehörte. Trotz der Involvierung von Papst und Kaiser scheiterte dieses Unterfangen.

Die Ausstellung „Weltreich und Provinz“ präsentiert anhand zentraler Objekte die verschiedenen Facetten des spannenden spanischen Jahrhunderts am Niederrhein, das von Kriegen, Gräueltaten und Not, aber auch von kulturellem Austausch, Handel und Hochkultur geprägt war. 2022 wird diese Ausstellung in veränderter Form im Museum Zitadelle Jülich und 2023 im LVR-Niederrheinmuseum Wesel zu sehen sein.

Dank der tatkräftigen Unterstützung des Spanischen Generalkonsulats in Düsseldorf und der Spanischen Botschaft in Berlin gastiert am 04. Oktober im Museum Zitadelle Jülich Fahmi Alqhai, einer der renommiertesten Gambisten und Musiker für Renaissance- und Barockklänge.

Die Ausstellung ist Teil des 6. Themenjahrs »PROVINZ –provinciaal?« des Museumsnetzwerks Rhein-Maas. Sie wird unterstützt von der Spanischen Botschaft in Berlin und steht unter der Schirmherrschaft des Spanischen Generalkonsulats in Düsseldorf. 2022 wird die Ausstellung in veränderter Form im Museum Zitadelle Jülich und 2023 im LVR-Niederrheinmuseum Wesel zu sehen sein.

Führungen für Gruppen bis 10 Personen können Sie unter 02166 – 928 90 0 oder info@schlossrheydt.de buchen.